Erich-Mühsam-Gesellschaft e.V.
Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, D-23552 Lübeck


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Achtung!! Spannender Vortrag über die

Geschichte des Kabaretts  

„DISTEL“


von einem großen Kenner der Materie: Jürgen Klammer,

veranstaltet von der Erich-Mühsam-Gesellschaft und der

Gemeinnützigen Gesellschaft Lübeck, Königstr.5

am 10. Oktober 2017

Beginn 19.30 Uhr

Eintritt frei

Erich Mühsam würde als Freund des Kabaretts sicher diesen Vortrag besuchen.







Freitag 27.10. / 19:00 h

Isabel Neuenfeldt -

Susanne Misere - Peter Bäß



SICH FÜGEN HEISST LÜGEN

Literarisch-Musikalisches

Erich-Mühsam-Programm



Der Autor von Gedichten, Dramen, Romanen, Satiren, der unbeugsame Anarchist,
Kriegsgegner und Antifaschist, Mitbegründer der Bayerischen Räterepublik,
Agitator und Buchillustrator hinterließ der Nachwelt ein äußerst vielfältiges
hochaktuelles Oeuvre. Orientiert an seinen Lebensdaten wird dies dem Publikum
vermittelt.




Henni-Lehmann-Haus
18565 Vitte/ Insel Hiddensee



Liebe Mitglieder und Freundinnen und Freunde,

„Missratene Söhne?!“

Generationskonflikte als Gesellschaftskritik –


das ist das Thema der

Jahrestagung der Erich-Mühsam-Gesellschaft e.V.

vom 22. bis 24. September 2017

in der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in

23714 Bad Malente, Schweizer Straße 58


Historisch gesehen beinhalten Generationskonflikte auch immer Konflikte an gesellschaftlichen Zuständen.
Sie lassen sich nicht in die Zeitdifferenzen von der einen zur anderen Generation einengen und schon gar
nicht auf den familiären Kontext allein beschränken. Söhne und Töchter, die  von den vorgefundenen und
gesellschaftlich vermittelten familiären Normen und Strukturen abweichen, werden oftmals mit abfälligen
und ausgrenzenden Attributen belegt. Wir gehen auf der Jahrestagung der Frage der dahinter stehenden
bestehenden Machtstrukturen nach. Inwieweit wird die Macht der Eltern und die Macht der staatlichen und
damit verbundenen gesellschaftlichen „Eliten“ durch ungehorsame, ungehörige aufmüpfige Kinder
hinterfragt und angekratzt?  Mit der Antwort der oftmals brutalen Macht der Mächtigen durch Diffamierung,
Isolierung, etc. bis hin zur brutalen physischen Gewaltanwendung.

Wir hoffen, wir haben die Neugierde auf die Tagung geweckt und freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen.

Herzliche Grüße

Lienhard Böhning
1.Vorsitzender


Wir konnten diese Referentinnen und Referenten für Vorträge und Lesungen gewinnen:

- Dr. Jens-Fietje Dwars  (Jena): Johannes R. Becher -->  „Siehst Du nicht, Vater ....“ Heinrich, Johannes und John Becher. Vom Fluch der Vaterschaft und was die Politik daraus macht.
- Kerstin Klein (Lübeck): Klaus Mann ---> „ Ja, die Kinder, sie sündigen auf die Namen der Väter !“ Generationskonflikte im Hause Thomas Manns
- Dr, Carolin Kosuch (Rom): Gustav Landauer ---> Ein missratener Sohn ? Gustav Landauer zwischen jüdischem Bürgertum und Anarchismus
- Prof. Dr. Johannes Pankau (Oldenburg):  Frank Wedekind ---> Dressur und Entfesselung - die Sprengkraft des Generationenkonfliktes in Wedekinds Drama
- Christian Schwandt (Lübeck):   Franz Jung ---> „Aufbruch und Ausbruch“ - Ein Portrait des Schriftstellers und Journalisten Franz Jung
- Dr. Henrik Yde (Kopenhagen): Martin Andersen Nexö ---> Reisebuch „Sonnentage“ und sein epochemachendes Zusammentreffen mit spanischen Anarchisten 1903
- Rudolf Wenzel und Claudia Rouvel (Berlin) :  ---> Klaus Mann: „Mich liebt keiner, ich bin  allein wie ein Tier“
Lesung aus dem Roman: „Der fromme Tanz“



Zum Organisatorischen:
Die Gebühren für Unterkunft, Verpflegung und Tagung betragen 149,00 € (+ 10,00 € )Einzelzimmerzuschlag pro Nacht). Für Mitglieder der Erich-Mühsam-Gesellschaft ermäßigt sich die Gebühr auf 109,00 € (+ 10,00 € Einzelzimmerzuschlag pro Nacht).
Die Tagungsgebühren sind bis zum 01.September  2017 auf das Konto der Erich-Mühsam-Gesellschaft (Sparkasse zu Lübeck IBAN: DE 75 2305 0101 0001 0344 38  BIC: NOL ADE21SPL) zu überweisen.
Anreise am 22.9.2017 bis 17.00 Uhr, Abreise am 24.9.2017 nach dem Mittagessen.

Anmeldeschluss ist der 01.September 2017

ANREISE MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Der Bahnhof Bad Malente-Gremsmühlen wird von Lübeck und Kiel aus halbstündlich angefahren.
Vom Bahnhof Malente fährt die Buslinie 5506 der NOB zur Bildungsstätte.
Ein Taxi vom Bahnhof zur Bildungsstätte kostet ca. 8,- € Z.B. Fa. Boehnke 04523/2323, Fa. Hagel 04523/3011, Fa Maerz 04523/7777. Wir empfehlen eine vorherige Reservierung.
ANFAHRT MIT DEM AUTO
Über die Autobahn Hamburg–Puttgarden (A 1)  Abfahrt Eutin, dann über die B 76 nach Eutin, von dort weiter nach Malente. Durch Malente in Richtung Sielbeck/Ukleisee. Ca. 500 m nach dem Ortsausgangsschild von Bad Malente liegt die Bildungsstätte rechts am Kellersee.
ÜBER DIE AUTOBAHN HAMBURG-FLENSBURG (A7)
Ab Neumünster über die B 430 nach Plön, von dort über die B 76 in Richtung Eutin. Hinter Plön nach links Richtung Malente abbiegen. Durch Malente in Richtung Sielbeck/Ukleisee. Ca. 500 m nach dem Ortsausgangsschild von Bad Malente liegt die Bildungsstätte rechts am Kellersee.
Achten Sie bitte in Bad Malente auf Sammel-Hinweistafeln mit den blauen Schildern Heinemann-Bildungsstätte


Hier klicken für das Anmeldeformular (PDF-Datei bitte ausdrucken und versenden).






Erich-Mühsam-Preis 2016


Der Erich-Mühsam-Preis wurde in diesem Jahr verliehen an

Konstantin Wecker

Liedermacher, Poet, philosophierender Musiker,

musizierender Philosoph, Aktivist, Anarchist


Der Erich-Mühsam-Förderpreis wurde verliehen an das

Lübecker Flüchtlingsforum


Beide Preise wurden gestiftet von Frank-Thomas Gaulin.

Die öffentliche Preisverleihung am 14.10.2016 fand
in der Lübecker Musik- und Kongresshalle einen würdigen Rahmen.


Der 1. Vorsitzende der Erich-Mühsam-Gesellschaft, Lienhard Böhning, begrüßte Preisträger und Gäste.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren von den Reden der Laudatoren begeistert.

Die Laudatio für das Lübecker Flüchtlingsforum hielt
der Flüchtlingsbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein:

Stefan Schmidt.

Die Laudatio für Konstantin Wecker hielt der Geschäftsführende Direktor des Theater Lübecks:

Christian Schwandt.

Am Abend begeisterte Konstantin Wecker die Besucherinnen und Besucher mit einem beeindruckenden Konzert.
Er eröffnete das Konzert mit dem Mühsam-Gedicht

„Der Revoluzzer“

Der Abend klang aus mit einer Begegnung Weckers mit Flüchtlingen auf der „Walli“ ( Alternative Lübeck: Zentrum interkultureller , antifaschistischer und autonomer Kultur und Politik in Lübeck ).

Wer die Reden des Vorsitzenden und der Laudatoren nachlesen will, findet sie hier im Anschluss -
ergänzt von einer Reaktion Konstantin Weckers auf die Nachricht der Preisverleihung.




Begrüßung des 1. Vorsitzenden Lienhard Böhning zur Verleihung

des Erich-Mühsam-Preises 2016 an Konstantin Wecker und des

Erich Mühsam-Förderpreises 2016 an das Lübecker Flüchtlingsforum

am 14. Oktober 2014 in der Musik- und Kongresshalle Lübeck



„Der Kampf aller gegen alle ist kein Ringen um den Preis der Schönheit, der inneren Freiheit, der Kultur – sondern eine groteske Balgerei um die größte Kartoffel. Auf der einen Seite Hunger, Elend, Verkommenheit, auf der anderen Seite geschmackloser Luxus, plumpe Kraftprotzerei, schamlose Ausbeutung.“
(Erich Mühsam, Appell an den Geist, Mai 1911)

Guten Abend meine Damen und Herren,
liebe Freundinnen und liebe Freunde der Erich-Mühsam-Gesellschaft!  

Als Vorsitzender und im Namen des Vorstands der Erich-Mühsam-Gesellschaft heiße ich Sie herzlich willkommen zur Verleihung des Erich-Mühsam-Preises und des Erich-Mühsam-Förderpreises 2016.
Die Erich-Mühsam-Gesellschaft pflegt neben der Verleihung dieser Preise das Andenken des anarchistischen Schriftstellers Erich Mühsam, die Verbreitung seines Werks und die Förderung von Bestrebungen im Sinne Erich Mühsams für Frieden, Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit.

Unbeschränkte Freiheit im Leben und Denken sowie der Kampf für Gerechtigkeit und Kultur waren Mühsams Kernthemen. Zwar entwickelte sich seine politische Weltsicht mit den gesellschaftlichen Brüchen, die er erlebte, aber zum revolutionären Anarchisten wurde er nicht erst mit den Jahren, er war es von Anfang an.
Bereits 1902 verkündete er in der anarchistischen Zeitschrift Der arme Teufel seine Motivation, ja, sein ganzes Programm, dem er lebenslang treu bleiben sollte: „Nolo will ich mich nennen – nolo: Ich will nicht! Nein, ich will in der Tat nicht! Nein, ich will nicht mehr all die unnötigen Leiden sehn, deren die Welt so übervoll ist.“
Erich Mühsam quälten viele Fragen seiner Zeit, weil er Antworten suchte, um auch handeln zu können.  „Ich bin ein Pilger, der sein Ziel nicht kennt.“  Er sollte es bis zu seiner grausamen Ermordung 1934 im KZ Oranienburg bleiben.

Es mag  sein, dass den meisten Menschen zu Erich Mühsam kaum mehr einfällt als das lustige Gedicht vom „Revoluzzer“.  Sein Andenken und sein Werk sind jedoch bis heute lebendig geblieben und erfahren u.a. durch die Herausgabe seiner Tagebücher eine neue Renaissance.
Die Bedeutung von Mühsams literarischem Werk liegt darin, dass hier die Literatur nie Selbstzweck, sondern Ausdrucksform einer klaren politischen Haltung ist. Die Begeisterungsfähigkeit, die Liebe und der Zorn, von denen seine Texte durchtränkt sind, haben diese schon zu seinen Lebzeiten einzigartig gemacht, besitzen geistige Strahlkraft und wirken bis heute. Er war kein Theoretiker, sondern Propagandist einer besseren Welt, und in diesem Metier war er unschlagbar, gerade weil er sich keinen Direktiven oder strategischen Erwägungen unterordnen konnte und wollte.
Man mag nicht alle Positionen Erich Mühsams teilen, die Haltung jedoch, die ihnen zu¬grunde liegt, ist heute so nötig wie damals. In diesem Sinne sollten wir seinen Satz verstehen: „Menschen lasst die Toten ruhn / und erfüllt ihr Hoffen!“

Ich komme zu den Hauptpersonen des heutigen Abends: Herzlich willkommen Konstantin Wecker  als Preisträger des Erich-Mühsam-Preises 2016. Ebenso herzlich willkommen das Lübecker Flüchtlingsforum und seine Mitglieder als Preisträger des Erich-Mühsam-Förderpreises. Ohne den Laudationen vorgreifen zu wollen: Beide Preisträger verkörpern in der heutigen Zeit in Wort und Tat die Haltung Erich Mühsams in idealer Weise.
Als Laudatoren begrüße ich sehr herzlich Christian Schwandt, den geschäftsführenden Direktor des Theater Lübeck und profunden Kenner der Tagebücher Erich Mühsams sowie Stefan Schmidt, den Flüchtlingsbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein.

Frank-Thomas Gaulin gilt unser besonderer Dank. Vielen Dank Frank-Thomas, dass Du wie immer die Preise gestiftet hast, wieder ohne dem Vorstand der Erich-Mühsam-Gesellschaft als diesjähriger Jury bei der Wahl der Preisträger Vorgaben zu machen oder in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Meinen Vorstandskolleginnen und –kollegen danke ich für die intensive und engagierte Diskussion bei der Preisträgerfindung.
Ich freue mich die Bundestagsabgeordnete Frau Hiller-Ohm, den Landtagsabgeordneten Wolfgang Baasch und den Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bürgerschaftsfraktion Jan Lindenau begrüßen zu können.
Für die musikalische Umrahmung sorgt „Troubaduo“ mit Jana Nitsch und Marcus Bertold, die wir nun hören. Gerne möchte ich ihnen schon jetzt für die musikalischen Delikatessen danken.
Ihnen danke ich für Ihre Aufmerksamkeit.







Laudatio im Rahmen der Veranstaltung der Erich-Mühsam-Gesellschaft

e.V. am 14. Oktober 2016 in der MuK

Förderpreisverleihung an das Lübecker Flüchtlingsforum




Sehr geehrte Damen und Herren,
erst einmal möchte ich mich recht herzlich dafür bedanken, dass mir von der Erich-Mühsam-Gesellschaft die Möglichkeit gegeben worden ist, am heutigen Freitag in den Räumen der MuK im Rahmen der Verleihung des Förderpreises eine Laudation für das Lübecker Flüchtlingsforum zu halten.

Wenn ich das Lebenswerk des im KZ Oranienburg ermordeten Lübeckers Erich Mühsam betrachte und die Inhalte für die dieser, durch und durch, politisch agierende Mann gestanden hat, finde ich es überzeugend, dass Ihre Erich-Mühsam-Gesellschaft das humanitäre, aber insbesondere auch politische Agieren des Flüchtlingsforums honoriert.

Besonders bedanke ich mich auch schon einmal stellvertretend für das Flüchtlingsforum bei Herrn Frank-Thomas Gaulin für das Preisgeld.

Aus meiner Sicht geht es nicht „nur“ um das Fördergeld, sondern um die Anerkennung des politischen Engagement des Flüchtlingsforums und die  wenn auch vielleicht nur indirekt  gemachte Verbindung zu Erich Mühsam.

Das ist aus meiner Sicht ein starkes Signal.

Ich möchte mit einem Liedtitel des Hauptpreisträgers Konstantin Wecker die Arbeit des Flüchtlingsforums benennen als „Genug ist nicht genug“.

Der gemeinnützige Verein "Lübecker Flüchtlingsforum e.V." wurde 1997 gegründet, er ging hervor aus der "Flüchtlings-AG". Nach dem Brandanschlag in der Hafenstrasse 1996 engagierten sich viele Menschen in Lübeck.
Ich persönlich habe Kontakt mit dem Flüchtlingsforum seit den Vorkommnissen um die Cap Anamur im Jahr 2004 und durch das Flüchtlingsforum eine große Solidarität erfahren u.A. durch die Kampagne „Lübeck liegt am Mittelmeer“  .
Die Mitarbeiter meiner Dienststelle haben seit Ende der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts immer mal wieder mit dem Flüchtlingsforum zusammengearbeitet.

Aus meiner Sicht ist das Flüchtlingsforum nicht nur eine Beratungsstelle für Flüchtlinge und andere Migranten oder ein  im weitesten Sinne  Bildungsträger der über politische Situationen von Schutzsuchenden und deren Lebenssituation in den Herkunftsländern, und deren Gründen zu fliehen informiert, sowie die Lebenssituation vor Ort thematisiert und kritisiert, sondern ein, wenn nicht der entscheidende, Player in Sachen Flüchtlingssolidaritätsarbeit in Lübeck.

Vom Flüchtlingsforum kamen immer wieder politische Initiativen, Bekenntnisse im Hinblick auf eine engagierte Flüchtlingssolidaritätsarbeit und handfeste konkrete Unterstützungsarbeit. Ich selbst vertrauer hier dem Forum so sehr, dass ich fast ungesehen schon einige Male als Mitunterzeichner fungiert habe bei Initiativen, und das sehr gerne.

Über viele Jahre hat das Flüchtlingsforum auf die schlechte Wohnsituation von Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünften und der Erstaufnahmeeinrichtung mittels Ausstellungen, Infotischen, Aktionen und Veranstaltungen hingewiesen.

Das Flüchtlingsforum hat vielfach auf die totbringenden Auswirkungen der „Sicherung der Außengrenzen Europas“ hingewiesen, und dagegen protestiert.
Hierbei wurde auch immer die Forderung nach offenen Grenzen gestellt.

Nicht nur die Erinnerung an den Brandanschlag in der Hafenstrasse wurde durch das Flüchtlingsforum wachgehalten, sondern es wurde auch mobilisiert gegen rassistische Strukturen, den jahrelang stattfindenden Aufmarsch rechter Gruppen und Alltagsrassismus.

Konkrete Hilfe wurde und wird geleistet bei Kirchenasylen, in der Beratungsarbeit und bei Schulungen.

Die Außenwirkung des Flüchtlingsforums ist beachtlich angesichts der  personellen Situation
In den ersten Jahren des Flüchtlingsforums war die Arbeit ausschließlich ehrenamtlich und es kamen wöchentlich bis zu 20 – 30 hilfesuchende Menschen.
Anfang der 2000er Jahre wurden dem Flüchtlingsforum bis zu 3 Stellen für eine professionelle Migrationsberatung durch das Land finanziert - diese Beratung gab es bis 2006, dann wurde das Geld gestrichen. - die Beratung wurde vom Land in diesem Umfang in Lübeck nicht mehr für notwendig gehalten.
Seit 2006, und das sind auch schon 10 lange Jahre, wird die Beratung und die weitere politische Arbeit ausschließlich ehrenamtlich gemacht.
Seit das Solidaritätszentrum in der Willy Brandt Allee entstanden ist, arbeiten 6 BundesfreiwilligendienstlerInnen für das Flüchtlingsforum, und für 10 Stunden wöchentlich kann eine Büro/Verwaltungs/Buchhaltungsmitarbeiterin beschäftigt werden.
Da die Stellen von Stiftungs- und Spendengeldern abhängig und in den nächsten Monaten zunächst auslaufen, muss geschaut werden wie das dort weitergeht. Und hier hilft natürlich das Geld von der Erich-Mühsam-Gesellschaft sehr.

Das Flüchtlingsforum handelt nach meiner Einschätzung unter dem Motto „Genug ist nicht genug“.
Der politische Ansatz und die Einsicht in die Notwendigkeit, dass eine Flüchtlingssolidaritätsarbeit nicht nur im humanitären Bereich verharren kann, sondern einhergehen muss mit gesellschaftlichen Forderungen, hat  so meine Einschätzung - beim Flüchtlingsforum  die Erkenntnis reifen lassen, dass im Prinzip nie genug getan werden kann, um eine faire und gerechte Flüchtlingsaufnahme und eine Angleichung der Rechte von Personen mit ungesichertem Aufenthalt zu erreichen.

Wie heißt es in dem Lied weiter: „Genug ist nicht genug, ich lass mich nicht belügen. Schon Schweigen ist Betrug, genug kann nie genügen.“

Geschwiegen hat das Flüchtlingsforum nie. Weder in den letzten Jahren, als es um Gesetzesverschärfungen ging, noch bei der Diskussion um eine neue Flüchtlingsunterkunft im Bornkamp.

Geschwiegen hat das Flüchtlingsforum auch nicht vor knapp einem Jahr, als es um die menschenwürdige Versorgung, und die Verpflegung der Transitflüchtlinge in Lübeck ging. Da ist Großartiges auch unter Zusammenarbeit mit anderen Lübeckerinnen und Lübeckern geleistet worden.

Genug ist eben nicht genug ich lass mich nicht betrügen.

Das Flüchtlingsforum  analysiert die aktuellen Gesetzesverschärfungen, die u.a. durch
das Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung
das Asylbeschleunigungsgesetz,
das Gesetz zur erleichterten Ausweisung von straffälligen Ausländern und zum erweiterten Ausschluss der Flüchtlingsanerkennung bei straffälligen Asylbewerbern und
das Integrationsgesetz
für Schutzsuchende  geschaffen wurden.

Das Flüchtlingsforum lässt sich nicht betrügen, auch nicht durch so eine Bezeichnung wie „Integrationsgesetz“.

Wir brauchten nicht nur in Lübeck das Lübecker Flüchtlingsforum, sondern entsprechende Organisationen, regional verankert vor Ort in allen größeren Städten, was nicht heißen soll, dass es nicht anderswo auch engagierte Nicht-Regierungsorganisationen gibt.

Im Refrain  heißt es bei Konstantin Wecker weiter

Schon Schweigen ist Betrug, genug kann nie genügen.
Deshalb zum Schluss einige aktuelle Forderungen des Forums, denen ich mich anschließe und die nicht verschwiegen werden dürfen:

Das Sterben an den europäischen Außengrenzen und in den Flüchtlingslagern in Griechenland und Italien muss mehr öffentlich gemacht werden,

Eine menschenverachtende und rassistische Flüchtlingsabwehr darf nicht im Mittelpunkt der Politik stehen das Konzept der sogenannten sicheren Herkunftsstaaten ist aufzugeben.
Und schließlich darf es nicht zu einer gesellschaftlichen Verrohung im Umgang mit Menschen kommen.
Vielen Dank





Laudatio auf Konstantin Wecker – Musik- und Kongresshalle

14.10.2016



Lieber Konstantin Wecker,
lieber Lienhard Böhning,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
es ist eine Grundregel des Theaters, keine Reden vor dem Konzert oder der Premiere zu halten. Gute Künstler sind bis zum Zerreißen angespannt und das Publikum möchte viel lieber wissen, was jetzt auf der Bühne passiert, als eine oder mehrere Reden zu hören. Die Dramaturgie des Erich-Mühsam-Preises erlaubt uns heute nicht, dieser Regel zu folgen. Drei Reden vor dem Konzert. Deshalb wurde mir die Aufgabe gestellt: „Erich-Mühsam-Preis für Konstantin Wecker in acht Minuten“.

Erich Mühsam ist von den drei Lübecker Bürgersöhnen, die Ende des 19. Jahrhunderts die Stadt ohne Schulabschluss verließen, aus denen dann aber in der literarischen Welt doch noch etwas wurde, sicher nicht der berühmteste. Aber er ist der aktuellste. Wenn das politische System wackelt, so wie es in der Bundesrepublik dieser Tage seit 1968 das erste Mal wieder der Fall ist, ist es ratsam, sich wieder intensiver mit Erich Mühsam zu beschäftigen. Kaum jemand hat die Brüche und Fragilitäten der Weimarer Republik, die Ungerechtigkeiten, ja Verbrechen der sie regierenden Parteien schärfer beobachtet und origineller beschrieben als Erich Mühsam.

Der Erich-Mühsam-Preis will dieses Andenken lebendig erhalten und der Lübecker Galerist Frank-Thomas Gaulin, der ja, wie wir alle wissen, in großen Zusammenhängen und Zeiträumen denkt, hat diesen Preis gestiftet.

Die Parallelen zwischen Konstantin Wecker und Erich Mühsam springen so ins Auge, dass man sich im Grunde wundert, dass die Erich-Mühsam-Gesellschaft nicht schon viel früher ihren Preis an Konstantin Wecker vergeben hat. Bezwingend ist Weckers künstlerische Qualität. Man tritt den anderen Preisträgern sicherlich nicht zu nahe, wenn man feststellt: Sie, Herr Wecker, sind der künstlerischste der bisherigen Mühsam-Preisträger und sicherlich auch der, der die Höhen und Tiefen der Münchner Bohème am intensivsten ausgekostet hat. Als Liedermacher, Poet, aber auch als Roman-Autor, politischer Schriftsteller, Schauspieler und Komponist.

Aber es gibt noch andere schöne Gemeinsamkeiten:
Sie und Erich Mühsam sind beide Künstler und Lebemänner, die in ihrer Jugend mehr oder weniger kalkulierte Grenzüberschreitungen eingingen, nicht nur – aber auch – um sich von dominanten bürgerlichen Elternhäusern abzusetzen.

Dann die Liebe zu südlichen Seen, das zeitweilige Leben in Italien. Erich Mühsam streifte in den Jahren 1904 bis 1907 durch die italienische Schweiz und Norditalien, um seine, wie er selber in den Tagebüchern sagt, „Lebenswildheit auszutoben“. Sie, Konstantin Wecker, entdeckten mit 20, 21 den Gardasee. Italien war Ihr erstes Abenteuer, der Gardasee die erste Liebe, die zweite war dann Rom. Mit 23 Jahren haben Sie das Lied „Sommer war’s“ geschrieben. Es ist auf Ihrer allerersten Platte erschienen.

Eine weitere wichtige Parallele ist natürlich das Wirken in, eigentlich das Gestalten der Münchener Bohème und Kleinkunstszene. Erich Mühsam ließ sich 1909 in München nieder. Schlug sich mit Honoraren für Kabarettaufträge und Zeitschriftenbeiträge durch. Doch das Geld reichte nie. Mühsams Freigiebigkeit war sagenumwoben. Die Kette der Schnorrer riss nie ab. Er half verarmten Dichtern, löste verschuldete Schauspielerinnen aus, kümmerte sich liebevoll um entlaufene Dienstmädchen. Theater, Kabarett, Literatur, Politik prägen sein Leben bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs. In seinem wunderbaren Tagebuch protokolliert Mühsam die Kneipenabende, Geldsorgen und Frauengeschichten.
Möglicherweise erinnert Sie, Herr Wecker, das an Ihre eigene Vergangenheit auf kleinen Münchener Bühnen der 70er und 80er Jahre, aber auch bei der Lach- und Schießgesellschaft. Was für Erich Mühsam die Zusammenarbeit mit Franziska Reventlow, Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger oder Frank Wedekind war, ist für Sie die Arbeit mit Sammy Drechsel, Dieter Hildebrandt, Helmut Dietl oder Maria Mayer. Bühnen
Bühnen, wie das Song Parnass  oder Ihr Kaffee Giesing waren Wohnzimmer, Begegnungszentren, politische Plätze und sind jetzt ebenso Teil der Münchener, ja der deutschen Kulturgeschichte wie einst das Café Stefanie.
Desweiteren – ich will es nicht unterschlagen: Intime Erfahrungen mit Bayerischen Justizvollzugsanstalten, die sich auch in der literarischen und poetischen Produktion niedergeschlagen haben.

Dann natürlich das Bekenntnis zum Anarchismus. Künstler sind wahrscheinlich häufiger Anarchisten als wir Mitglieder der normalen Bevölkerung. Von Ihnen, Herr Wecker, stammt das schöne Zitat „Henry Miller sagte mal, im Grunde seines Herzens muss jeder Künstler Anarchist sein. Und das habe ich auch immer ernst genommen.“

Erich Mühsam ist ebenso wie Ihnen oft Naivität vorgeworfen worden. Nicht nur, während seines Agierens in der Münchener Räterepublik. Die Naivität des Künstlers haben Sie, Konstantin Wecker, immer verteidigt. Als Sie 2003 kurz vor dem Irak-Krieg nach Teheran gefahren sind, haben Sie darauf bestanden, sich ein eigenes Bild vor Ort zu machen. Naivität sei etwas ganz Positives, wenn man dadurch in die Gedankenwelt eines Kindes wieder eintreten kann und sich fragt, warum das so sei.

Ein weiteres schönes Zitat von Ihnen, Herr Wecker: „Man muss sich täuschen dürfen. Es gibt keine Biographie ohne Niederlage. Das gibt es nur in gefälschten Biographien von Wirtschaftsbossen.“ Das könnte natürlich auch von Mühsam stammen. Auch er vertrat das Scheitern als Grundprinzip des Fortschritts und des Fortkommens.


Immer wieder lugt eine profunde literarische und musikalische Bildung bei Konstantin Wecker hervor. Hier ein bisschen Goethe, dort ein bisschen Georg Trakl, ein Zitat von Schiller, eine Hommage an Kurt Tucholsky. Gerade die Literatur des frühen 20. Jahrhunderts, bis zum Ende der Weimarer Republik, scheint es Ihnen, Herr Wecker, angetan zu haben. Deshalb liegen wir mit dem Erich-Mühsam-Preis an Sie wahrscheinlich goldrichtig.
Ich möchte diese Laudatio mit einem Tabubruch beenden. Nicht nur Erich Mühsam, sondern auch Sie, Konstantin Wecker, haben eine Eigenschaft, die in den bisherigen Würdigungen und der doch recht umfangreichen Sekundärliteratur nicht vorkommt und die man mit genuin linken Künstlern eher selten in Verbindung bringt. Sie sind beide nicht nur auf hohem Niveau kreativ, sondern Sie sind auch ausgesprochen fleißig. Sie und Erich Mühsam haben Abend für Abend vor großem und manchmal auch vor kleinerem Publikum die Probe gemacht, dass mit Ihren Werken etwas anzufangen ist. Die Zahl Ihrer Bühnenprogramme, Ihrer Filmmusiken, Ihrer Musicals und Bücher ist Legion und in einer solchen Rede nur annähernd zu würdigen.
Erich Mühsam definiert in dem Memoirenband „Unpolitische Erinnerungen“ den Künstler: „Was ihn ausmacht, ist, neben der angeborenen Veranlagung, Gesehenes, Erdachtes und Erlebtes zu formen: Gesinnung, Fleiß und das Streben nach einem Weltbild.“
In diesem Sinne hat niemand den Erich-Mühsam-Preis mehr verdient als Sie, Konstantin Wecker!




Liebe Freunde,
was für eine Ehre und große Freude:
Die Erich Mühsam- Gesellschaft hat mir den Erich-Mühsam-Preis verliehen, der alle drei Jahre vergeben wird.
Ich liebe Mühsam seit ich Gedichte zu lesen begann, ich war und bin erschüttert über all das, was dieser aufrechte und liebenswerte Anarchist erdulden musste.
Gefängnis und Folter konnten ihn nicht brechen und als seine Folterknechte im KZ Oranienburg seinen Selbstmord verlangten, weigerte er sich. Sie haben ihn zu Tode gequält und dann aufgehängt.
Er verkörperte all das, was den Nazis zuwider war: er war Jude, Anarchosyndikalist, Freigeist  und vor allem war er ein warmherziger Mensch.
Dieser mutige Mann wurde als Schüler wegen „sozialdemokratischer Umtriebe“ der Schule verwiesen - ach wären die Sozialdemokraten doch wieder umtriebig -  er war in der Roten Hilfe tätig, er hat sich nie verbiegen lassen.
Zusammen mit Ernst Toller und Gustav Landauer gehörte er zu den Initiatoren und Anführern der ersten Phase der Münchner Räterepublik ab dem 7. April 1919. 
Bereits am 13. April 1919 wurde er deswegen verhaftet.

Erich Mühsam hat sich sein Leben lang nicht gefügt. Schon früh hatte er eindringlich vor der unheilbringenden Gefahr des Faschismus gewarnt und gehörte zu den ersten und bekanntesten Opfern. Am 10. Juli 1934 wurde er im KZ Oranienburg ermordet. Sein Name wurde zum Synonym für Menschlichkeit, Würde und Widerstand gegen Unrecht.
Wenn die Erich-Mühsam-Gesellschaft schreibt, ich sei in seinem Sinne ein Anarchist, der weiterhin an eine herrschaftsfreie Gesellschaft glaubt, dann fühle ich mich sehr geehrt.

Bürgers Alpdruck
Was sinnst du, Bürger, bleich und welk?
Hält dich ein Spuk zum Narren?
Nachtschlafend hörst du im Gebälk
den Totenkäfer scharren.
Er wühlt und bohrt, gräbt und rumort,
und seine Beine tasten
um Säcke und um Kasten.

Horch, Bürger, horch! Der Käfer läuft.
Er kratzt ans Hauptbuch eilig.
Nichts, was du schwitzend aufgehäuft,
ist seinen Fühlern heilig.
Der Käfer rennt. Der Bürger flennt.
In bangen Angstgedanken
fühlt er die Erde wanken.

Ja, Bürger, ja - die Erde bebt.
Es wackelt deine Habe.
Was du geliebt, was du erstrebt,
das rasselt jetzt zu Grabe.
Aus Dur wird Moll, aus Haben Soll.
Erst fallen die Devisen,
dann fällst du selbst zu diesen.

Verzweifelt schießt die Bürgerwehr
das Volk zu Brei und Klumpen.
Ein Toter produziert nichts mehr,
und nichts langt nicht zum Pumpen.
Wo kein Kredit, da kein Profit.
Wo kein Profit, da enden
Weltlust und Dividenden.

Hörst, Bürger, du den Totenwurm?
Er fährt durch Holz und Steine,
und sein Geraschel weckt zum Sturm
des Leichenvolks Gebeine.
Ein Totentanz macht Schlußbilanz
und schickt dich in die Binsen
samt Kapital und Zinsen.


Erich Mühsam





Einladung zum Erich Mühsam Gedenk- und Sommerfest

15. Juli 2017, 16 - 21 Uhr


Treppe am Hufeisenteich
Fritz-Reuter-Allee
12359 Berlin - Neukölln/Britz
(U7 Blaschkoallee oder U7 Parchimer Allee)


u.a. mit Führungen zu Häusern politisch Verfolgter oder Ermordeter während der NS-Zeit, Infoständen, Essen, Trinken, gemütlichem Beisammensein, Musik und

ab 18 Uhr
DER SINGENDE TRESEN & MARKUS LISKE:
„... und erfüllt ihr Hoffen!“ *

* Eintritt  frei - freiwilliger Beitrag erbeten

Dies ist eine Veranstaltung der Anwohner*innen Initiative Hufeisern gegen Rechts.
- im Rahmen des Festivals für ein offenes und solidarisches Neukölln, 14.-16. Juli 2017 -



Am 10. Juli 2017, Erich Mühsams 83. Todestag,

findet von  ca. 15.00  - 19.00 Uhr das alljährliche Picknick

am Grab von Kreszentia und Erich Mühsam statt.

Beider Leben und Werk mit Lesung, Lied, im Gespräch vergegenwärtigen -

das wird sich spontan ergeben.

Adresse:
Waldfriedhof Dahlem, Hüttenweg 47
U - Bahn Oskar-Helene-Heim, Bus 285



Der Braunschweiger Bildhauer Denis Stuart Rose schenkte im Rahmen

einer kleinen Feierstunde am 29.4. 2017 der Erich-Mühsam-Gesellschaft

(EMG) seine Plastik:


"JEDEM DAS SEINE."

Das Kunstwerk stellt die Ermordung des Lübecker Dichters Erich Mühsam durch die Nazis im Jahre 1934 in Oranienburg dar.  Die  Mitglieder der EMG waren von der Darstellung des Todeskampfes Mühsams sehr bewegt. 
Lienhard Böhning , der 1. Vorsitzende der EMG, bedankte sich für das Geschenk. Die Plastik wird im Buddenbrookhaus einen würdigen Platz erhalten. 
Die Feierstunde wurde umrahmt von einer Lesung mit Erich Mühsam Texten, vorgetragen von Rosemarie Bouteiller. 






Fotos und Text: Günther Bruns, Schriftführer der EMG






Erich-Mühsam-Preis 2016


Der Erich-Mühsam-Preis wird in diesem Jahr verliehen an

Konstantin Wecker

Liedermacher, Poet, philosophierender Musiker,

musizierender Philosoph, Aktivist, Anarchist


Der Erich-Mühsam-Förderpreis wird verliehen an das
Lübecker Flüchtlingsforum

Beide Preise werden gestiftet von Frank-Thomas Gaulin

Die öffentliche Preisverleihung findet statt am
Freitag, d. 14. Oktober 2016 um 18.00 Uhr

in der Musik- und Kongresshalle Lübeck (MuK)
Willy-Brandt-Allee 10
Eintritt frei !  (Einlass ab 17.30 Uhr )


Konzert:




Um 20.00 Uhr gibt Konstantin Wecker ein Konzert in der Musik- und Kongresshalle.

Veranstalter:  Lübecker Musik- und Kongresshallen GmbH

Karten sind zu erhalten bei:

tips&TICKETS

Kartenvorverkaufsstelle

Telefon:  +49(0)451/7904-400
Telefax:   +49(0)451/7904-100
Email: tipsundtickets@muk.de
Internet:  www.muk.de




In Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Gesellschaft Lübeck findet im Rahmen der Dienstagsvorträge folgende Veranstaltung statt:

11. Oktober 2016 um 19.30 Uhr  in der Gemeinnützigen Gesellschaft, Königstraße  5 in 23552 Lübeck


„Das, was ich sehne, steht über den Lüften“


Eine Hommage an Erich Mühsam in Liedern und Texten


Anna Haentjens:  Gesang / Rezitation

Sven Selle:   Klavier







Wir laden herzlich ein zu unserer Jahrestagung 2016


in die Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in Bad Malente

vom 06.05.2016 bis 08.05.2016 zum Thema:


Rassismus, Antisemitismus, politische Gewalt und

Verfolgung. Wechselwirkungen und Widersprüche









































06.05.16  
17:00Anreise: 
18:00Get together /Abendessen 
18:45Begrüßung und Einführung in die Tagung  
   
19:00„Das Paradies war nicht für uns - Emmy Ball-Hennings und Hugo Ball"Bärbel Reetz, Autorin
 - LesungBerlin
 anschließend Gespräch 
   
07.05.16  
09:00Lager. Bemerkungen über Orte des AusnahmezustandsDr. Gerhard Dienes,
  Graz
 anschließend Diskussion 
10:15Das antisemitische DispositivProf. Dr. Helmut Dahmer,
  Wien
 anschließend Diskussion 
11:30Familiäre und gesellschaftliche Gewalt und Verfolgung im Leben Wilhelm ReichsDr. Bernd Nitzschke,
  Düsseldorf
 anschließend Diskussion 
13:00Mittagessen 
15:00Sozialpsychologische und -geschichtliche Erklä­rungs­­ansätze zum Antisemitismus (Arbeitstitel)Prof. Dr. Irmtraud Götz von Olenhusen
 anschließend Diskussion 
16:30CIA-Folterreport - Der Rechtsstaat im Spannungsfeld zwischen Freiheit und SicherheitWolfgang Neskovic,
  Lübeck
  Richter am BGH a.D.
 anschließend Diskussion 
18:00Abendessen 
19:30Die Tagebücher von Erich MühsamDr. Chris Hirte,
 - LesungBerlin
 anschließend Gespräch 
21:15Gemeinsames Miteinander 
   
08.05.15  
09:30Die Bedeutung der Weißen Rose für das literarische und politische ExilDr. Kristina Kargl,
  München
11:00Zur Genese rechtsextremer antisemitischer und rassistischer Gruppierungen und ihr Übergang zum politischen Terror. Historische Case Studies 1912-28 als Beispiele im zeitgenössischen VergleichProf. Dr. Albrecht Götz von Olenhusen
  Freiburg/Düsseldorf
12:30Verabschiedung 
 Mittagessen









Die Bakuninhütte wird Kulturdenkmal!


Zum ersten Mal findet in Deutschland ein Geschichtsort der

anarchosyndikalistischen Bewegung als Kulturdenkmal offiziell

Anerkennung.



In einem Schreiben vom 03.09.2015 wurde dies dem Eigentümer der Bakuninhütte, dem Kreis der Wander- & Naturfreunde Meiningen e. V., vom zuständigen Gebietsgutachter des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie, Erfurt, mitgeteilt. Damit geht eine Unterschutz-stellung des historischen Grundstücks nach § 2 Abs. 1 Thüringer Denkmalschutzgesetzes (ThürDSchG) einher. Die Vorrausetzungen sind aus geschichtlichen und wissenschaftlichen Gründen gegeben, so das zuständige Landesamt.

Bereits vor 10 Jahren wurde der Denkmalstatus der Bakuninhütte geprüft – mit negativem Ergebnis. Die jetzt vorgenommene Neubeurteilung basiert wesentlich auf dem Material - Fotos, Dokumente, etc. - , das der Verein in sechsjähriger Arbeit zusammenstellte. Bereits im Vorfeld zu dem Begutachtungstermin Anfang August vor Ort hatte es vom Vorsitzenden des Denkmalbeirates des Kreises Schmalkalden-Meiningen, Dr. Jochen Halbig und dem Kreisheimatpfleger, Axel Wirth, die Bitte um Neuprüfung der Denkmalwürdigkeit und Denkmalfähigkeit gegeben.
Die Sonderausstellung der Meininger Museen „Mühsam in Meiningen – Meiningen und seine Anarchisten“ und die Fachtagung in der Meininger Volkshochschule im Juni haben unbedingt dazu beigetragen, die Bedeutung des Objektes fundiert darzustellen und zu rezipieren. Daran habe es bei der Erstbeurteilung vor zehn Jahren noch gemangelt, so das Landesamt.

Tag des offenen Denkmals
Der Wanderverein Bakuninhütte e. V. (Meiningen) lädt alle Interessierten zum bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“, am Sonntag, den 13. September 2015, an die Bakuninhütte auf der Hohen Maas (Flur Ellingshausen) herzlich ein.

Dem diesjährigen Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ folgend, werden wir uns auf die Suche nach der Industriearbeiterschaft des 20. Jahrhunderts begeben. Vom handwerklichen Geschick der anarchosyndikalistischen Meininger Familien zeugt noch heute ihr solidarisch errichtetes Gebäude, die Bakuninhütte. Mit einem differenzierten Konzept stritten sie für eine alternative Gesellschafts-ordnung auf Gewerkschaftsbasis und antworteten damit auf die zunehmende Industrialisierung und ihre sozialen Folgen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Herausragend ist dieses zeitgeschichtliche
Kulturdenkmal allein wegen seiner Seltenheit. „So scheint die Bakuninhütte bei Meiningen also der einzige halbwegs gelungene Plan zur Errichtung eines anarchistischen Ferienheims während der Weimarer Zeit geblieben zu sein“, betonte der Historiker Prof. Dr. Ulrich Linse.

Die Bakuninhütte wurde in den 1920er-Jahren aus einer Selbstversorgungsfläche hungernder Arbeiter und Arbeiterinnen geboren. Aus dem Gemüsefeld wurde im Laufe der Jahre eine Schutzhütte, die schließlich zu einem Steinhaus ausgebaut wurde. Als Bildungs- und
Erholungsheim erlangte der Ort überregionale Bedeutung, bis seine Trägergemeinschaft durch die Nationalsozialisten enteignet wurde. In der DDR diente die Hütte u. a. als FDJ-Ferienlager, als Lehr- und Forschungsstation des Kulturbundes und zuletzt als Übungsgelände der Bereitschaftspolizei. Nach der Wende verfielen Gebäude und Grundstück zunehmend, bis zur Neubelebung ab 2006.


Rundwanderung
Zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals wird eine etwa sechsstündige Rundwanderung angeboten. Diese beginnt Sonntag, den 13. September, um 10 Uhr, im Meininger Schlosshof. Wanderleiter Dr. Andreas Seifert vom Meininger Baumbachhaus wird von dort aus die Gruppe über die Stationen Wolfsschlucht, Parkfriedhof und Donopskuppe zur Bakuninhütte führen. Unterwegs wird er nicht nur mit Erich Mühsam bekannt machen, sondern auch über interessante
Begebenheiten im Raum Meiningen zwischen Kaiserreich und Zeit des Nationalsozialismus berichten.
An der Bakuninhütte erwarten Mitglieder des Wandervereins die Teilnehmenden zu einer Mittagsrast mit warmen Speisen und Getränken. Zudem stehen Führungen durch die Hütte und das umgebende Gelände mit Informationen zur Nutzungsgeschichte des Areals auf dem Programm. Danach führt die Wandertour über den Webersbrunnen und Stiefelsgraben zurück in die Stadt.

Feierliche Enthüllung einer Reproduktion der „Hüttenspruch“-Tafel

Als die Tafel noch in einem Stück war, trug sie auf ihrem Rücken, die von dem Meininger Anarcho-Syndikalisten F. Baewert, in Worte gefassten Prinzipien der Bakuninhütte: „Freies Land und freie Hütte, freier Geist und freies Wort, freie Menschen, freie Sitte, zieht mich stets zu diesem Ort!“.

Die Gestaltung der Tafel und ihre Fertigung war das Werk Heinrich Walz'. „Heini“ lernte zu dieser Zeit das Handwerk des Steinbildhauers. Er schuf auch den Gedenkstein für Bakunin, der ebenso in der Ausstellung zu sehen ist. Für den Spruch selbst wählte er eine geradlinige, klare, schnörkellose Schrift. Darunter verzierte er die Tafel mit zwei Symbolen der Arbeiterbewegung: dem Stern mit fünf Zacken und in seiner Mitte: Hammer und Sichel mit goldenem Rand. Gemäß ihrer Weltanschauung, so der Hüttenwart Fritz Scherer, waren Stern und Schrift in schwarz gehalten, der Farbe der anarchistischen Bewegung. Den Nationalsozialisten waren diese Vorstellungen zutiefst zuwider. Als sie den Siedlungsverein „Gegenseitige Hilfe“ enteigneten, wurde die Tafel in Stücke gehauen. Dank der Initiative von Vereinsmitgliedern wurden über 200 Splitter der Tafel geborgen, die nun in der Ausstellung zugänglich sind. Bei dem diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13.09.2015 wird um 13:00 Uhr eine Reproduktion der Hüttenspruchtafel feierlich enthüllt werden.


Programm


Samstag, 12. September, 16:00 Uhr, Museumskasse im Schloß Elisabethenburg, Meiningen

Fachführung durch die Ausstellung „Mühsam in Meiningen – Meiningen und seine Anarchisten“ (Dr. Andreas Seifert)

Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 13. September 2015

10:00 Uhr ab Schlosshof der Elisabethenburg, Meiningen: geführte Wanderung zur Hütte mit Halt an historisch bedeutsamen Orten
12:30 Uhr Ankunft an der Bakuninhütte

Von 11:30 bis 16:00 Uhr öffnet die Bakuninhütte für alle Interessierte
ihre Türen. Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

13:00 Uhr: Feierliche Enthüllung einer Reproduktion der „Hüttenspruch“-Tafel mit musikalischer Begleitung durch Heike Horstmann (Fiddle und Hardanger d´amore) und Bernd Dittl (Akordeon und Gesang) u. a. mit Liedgut Erich Mühsams

11:00 und 14:00 Uhr: Führungen über das historische Gelände werden angeboten

Wanderverein Bakuninhütte e. V., http://www.bakuninhuette.de/





Sich fügen heißt lügen -

Mühsam in Meiningen



Ein historischer Überblick zum Anarchosyndikalismus in Thüringen:

Die Bakuninhütte und ihr soziokultureller Hintergrund -

11.6. -14.6.2015 in Meiningen


Eine anregende, informative sehr fesselnde Tagung erlebten über 60 Teilnehmer. Die Vorträge hörten wir in der Meininger Volkshochschule. Die Organisation war ausgezeichnet. Für körperliche und geistige Bedürfnisse wurde unter Einsatz von fleißigen Helfern und Helferinnen gesorgt.

Die Inhalte der Vorträge werden in Heft 41 der EMG abgedruckt, das alle Mitglieder erhalten werden und von Nichtmitgliedern erworben werden kann. Das  wird auf der Website rechtzeitig mitgeteilt. Hier fotografische Eindrücke der Tagung.

Eröffnung der Tagung

Grußworte vom Bürgermeister von Meiningen, vom Vorsitzenden des Wandervereins Bakuninhütte und vom Vorsitzenden der Erich-Mühsam-G.


    
        
        
        
    
    
        
        
        
    
Fabian Giesder Kai Richarz Lienhard Böhning


Den ersten Vortrag hielt Dr. Hartmut Rübner:
Anarchosyndikalismus in Deutschland eine freiheitliche Tradition der deutschen AbeiterInnenbewegung


2. ..bis die Bestien  niedergerungen und der Moloch Staat zertrümmert ist…
       -Der erste Prozess des Volksgerichtshof gegen die FUAD in Deutschland (1936)
Dr.Siegbert Wolf


    
        
        
        
    
    
        
        
        
    
Dr.Hartmut Rübner  Dr.Siegbert Wolf


3. Generalstreik das Leben lang. Gregor Gog und die Bruderschaft der Vagabunden.
    Klaus Trappmann -Vortrag mit Filmsequenzen



    
        
        
        
    
  


Vom Acker zum Ferien- und Schulungsheim - Ein Einblick in die Geschichte der Bakuninhütte und ihren soziokulturellen Hintergrund.
Kai Richards


    
        
        
        
    

Bakuinhütte


Vortrag: Den Tagen, die kommen, gewachsen sein. Die Lebensgeschichte Zenzl Mühsams in Briefen und Dokumenten, von Uschi Otten
Vortrag:“Bekämpfen wir die Unwissenheit!“ Die Bildungspolitik der Anarchosydikalisten, von Wolfgang Haug


    
        
        
        
    
    
        
        
        
    
Uschi Otten  Wolfgang Haug


Vortrag: Anarchosyndikalismus in Thüringen am Beispiel Stadt Sömmerda -  PD Dr.Annegret Schüle



    
        
        
        
    
    
        
        
        
    
Lienhard freut sich über den Mühsamweg  Führung über das historisches Gelände der Bakuninhütte (Kai Richarz)




    
        
      
      
    
    
        
      
      
    

Die Bakuninhütte staunt über den zahlreichen Besuch.





    Für Essen und Trinken ist gesorgt. Dank an das Team des Wandervereins.





Meininger Museumsabend



    Es knarrt der Seele morsches Gerüst Szenische Lesung aus den Werken Erich Mühsams mit Rocco Boness (Bandoneon) und Dr. Andreas Seifert, Meininger Museen




  In Memoriam Erich Mühsam


    Konzert mit Anna Haentjens (Gesang) u. Sven Seile (Klavier)



Helfer im Hintergrund
Christian Horn und Mark Mence sortieren die Tagungsmappen. Michael Wagner(rechts) sorgt für Ruhe und Ordnung usw.. Dr. Andreas Seifert(unten) führte uns „Auf Dichters Pflaster“ und durch das Baumbachhaus



    
        
        
        
    
    
        
        
        
    
 





Mitgliederbrief Juni 2015





Liebe Mitglieder,
die Tagung in Meiningen hat stattgefunden. Sie wurde ein großer Erfolg sowohl,was die Qualität der Referate und Diskussionen  als auch  den intensiven Kontakt zu allen Meininger Mitstreitern anbetrifft. Es entstanden herzliche persönliche wie inhaltliche Beziehungen. Den Meiningern sei herzlichen Dank für die organisatorische und menschlich so angenehme Gestaltung der Tagung. Auch Conrad Müller sei nochmals gedankt, ohne dessen ursprüngliche Idee es sicher nicht zu einer derartig gelungenen Tagung gekommen wäre. Schade, dass er nicht selbst dabei war.
Mit den Meiningern verabredeten wir, in engem Kontakt zueinander zu bleiben, damit wir auch in Zukunft voneinander profitieren können.
Eine zweite sehr positive Nachricht können wir euch mitteilen. Der Vorstand hat nach intensiven Diskussionen beschlossen, dem Liedermacher Konstantin Wecker den Mühsam Preis 2016 anzutragen. Die Wahl fiel auf ihn, da er inhaltlich voll die Kriterien zur Verleihung des Mühsampreises erfüllt, ein aufrechter Kämpfer für Freiheit, Sozialismus und soziale Gerechtigkeit.
Ein unermüdlicher Mahner an die politisch Verantwortlichen , den Werten, die unser Gemeinwesen bestimmen und im Grundgesetz niedergeschrieben sind, gerecht zu werden. Ein Wegknicken und sich Ducken vor den “Mächtigen” gibt und gab es nicht bei ihm.Er legte und legt immer noch in seinen Liedern und Texten den Finger in die Wunde. Nicht zuletzt ist er auch Interpret von Liedern und Texten Mühsams.
Da aber auch die Flüchtlingsfrage -wie gehen wir mit den Menschen um, die ihre Heimat verlassen, weil dort die Menschenrechte mit Füßen getreten werden , sie an Leib und Leben bedroht sind –  mit eine der drängendsten politischen Aufgaben für uns und unsere Gesellschaft ist, wollen wir mit einem Förderpreis für die Lübecker Flüchtlingshilfe ein politisches Zeichen setzen ganz im Sinne Erich Mühsams.
Konstantin Wecker hat mit großer Freude auf die Nachricht reagiert, der nächste Preisträger zu werden. Für unsere Gesellschaft ist natürlich die Wahl eines derart prominenten Preisträgers auch von großem Vorteil, wird doch erwartungsgemäß die Presse davon interessiert Kenntnis nehmen und darüber berichten. So wird die Gesellschaft und ihr Anliegen in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Das kann uns nur helfen.

Hier nun die erweiterte Fassung der Tagesordnung für unsere Mitgliederversammlung für die schon im letzten Mitgliederbrief eingeladen wurde.

Einladung zur Mitgliederversammlung
am 11.07.2015
um 16.00 Uhr
im Konferenzraum der Gemeinnützigen Gesellschaft
Königstr.5
23552 Lübeck


Tagesordnung
1. Begrüßung
2. Verlesen des Protokolls der letzten Mitgliederversammlung
3. Bericht des Vorstands
4. Kassenbericht
5. Bericht der Kassenprüferinnen
6. Wahl von 2 KassenprüferInnen
7. Entlastung des Vorstands
8. Mühsampreis 2016
9. Anträge:  Gegenseitige Mitgliedschaft mit dem Wanderverein Bakuninhütte e.V.
10. Verschiedenes:  Jahrestagung 2016


Wir hoffen, euch zahlreich bei der Mitgliederversammlung begrüßen zu können.
Seid herzlich gegrüßt!


Angelika Neiss für den Vorstand










"Sich fügen heißt lügen!"

Mühsam in Meiningen und seine Anarchisten

17. Mai bis 27. September 2015

Schloss Elisabethenburg Meiningen



http://www.muehsam-in-meiningen.de/



Liebe Mitglieder und Freunde der Erich-Mühsam-Gesellschaft,
die Vorbereitungen für die Veranstaltungen in Meiningen (Thüringen) sind in vollem Gange. Ganz herzlichen Dank dem Wanderverein Bakuninhütte Meiningen e.V. und den Meininger Museen, die die Hauptlast der Vorbereitungen tragen. Ebenfalls bedanke ich mich bei den Vorstandsmitgliedern, die ebenfalls wesentlich zum Gelingen der Veranstaltungen beitragen. Ich habe mich bei zwei Besuchen in Meiningen und durch regen E-Mail-  und Telefonverkehr von der engagierten Vorbereitungsarbeit überzeugen können.

Unsere Mühsam-Ausstellung ist inzwischen wohlbehalten in Meiningen eingetroffen und wird durch die großzügige Überlassung von Original-Exponaten mit Widmungen von Erich Mühsam sowie seines Vaters aus dem Besitz unseres Mitglieds Ralf Wassermeyer (Lübeck) bereichert werden. Die Ausstellung wird am 17. Mai um 15 Uhr im Schloss Elisabethenburg eröffnet.
Die Fachtagung vom 12. Bis 14. Juni 2015 ist eine Kooperation zwischen dem Wanderverein Bakuninhütte und der Erich Mühsam-Gesellschaft und gleichzeitig unsere Jahrestagung 2015.

In der Anlage senden wir den Flyer zu den Veranstaltungen sowie das Anmeldeformular für die Fachtagung. Es ist m.E. ein gelungenes und sehr interessantes Programm. Daher lade ich Sie ganz herzlich besonders zur Fachtagung nach Meiningen ein. Die Anmeldefrist haben wir bis zum 15. Mai 2015 verlängert. Über die Teilnahme vieler Mitglieder würden wir uns sehr freuen. Kommen Sie in die schöne Residenzstadt Meiningen – es lohnt sich.

Mit herzlichen Grüßen von allen Mitgliedern des Vorstands
Lienhard Böhning









Tagungsprogramm, 11.-14-06.2015

Donnerstag, 11.6.2015

  • Bis 15:00 Uhr Anreise
  • 15:15 Uhr Begrüßung durch Lienhard Böhning (1. Vors. der Erich-Mühsam-Gesellschaft e. V.) und Kai Richarz (Wanderverein Bakuninhütte e. V.)
  • 16:00 Uhr „Auf Dichters Pflaster" (Stadtführung - Dr. Andreas Seifert)
  • 17:00 Uhr Besuch des Theatermuseums Meiningen (Volker Kern) „Zauberwelt der Kulisse" (Vortrag und Film)
  • 19:30 Uhr Gemeinsames Abendessen in Gaststätte "Sudpfanne"


Freitag, 12.6.2015

  • 10:00 Uhr Besuch des Literaturmuseums Baumbachhaus (Dr. Andreas Seifert, Leiter des Museums)
  • 12:00 Uhr Mittagessen im Bistro „Krämer“
  • Bis 13:00 Uhr Anreise
  • 14:00 Uhr Eröffnung der Tagung
    o Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Meiningen, Fabian Giesder
    o Grußwort des 1. Vors. des Wandervereins Bakuninhütte e.V., Kai Richarz
    o Grußwort des 1. Vors. der Erich-Mühsam-Gesellschaft e.V., Lienhard Böhning
  • 14:45 Uhr Anarchosyndikalismus in Deutschland – Eine freiheitliche Tradition der Arbeiter- und Arbeiterinnenbewegung (Dr. Hartmut Rübner - Vortrag)
  • 16:15 Uhr Kaffeepause
  • 16:30 Uhr `... bis die Bestie Kapitalismus niedergerungen und der Moloch Staat zertrümmert ist.´ – Der erste Prozeß des Volksgerichtshofs gegen die Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) im Sommer 1936. (Dr. Siegbert Wolf – Vortrag)
  • 18:00 Uhr Gemeinsames Abendessen im Bistro „Krämer“
  • 19:30 Uhr Generalstreik das Leben lang. Gregor Gog und die Bruderschaft der Vagabunden. (Klaus Trappmann - Vortrag mit Film-Sequenzen)


Samstag, 13.6.2015

  • 10:00 Uhr Vom Acker zum Ferien- & Schulungsheim – Ein Einblick in die Geschichte der Bakuninhütte und ihren soziokulturellen Hintergrund. (Kai Richarz – Vortrag)
  • 11:30 Uhr Besuch der Ausstellung zum Tagungsthema „Mühsam in Meingen“ im Museum Schloss Elisabethenburg (mit Führung)
  • 12:30 Uhr Gemeinsames Mittagessen im Bistro „Krämer“
  • 13:30 Uhr `Den Tagen, die kommen, gewachsen zu sein.´ Die Lebensgeschichte Zensl Mühsams in Briefen und Dokumenten. (Uschi Otten – Vortrag)
  • 14:45 Uhr Kaffeepause
  • 15:00 Uhr `Bekämpfen wir die Unwissenheit!´ Die Bildungspolitik der Anarchosyndikalisten. (Wolfgang Haug - Vortrag)
  • 16:15 Uhr Kaffeepause
  • 16:30 Uhr Die Lebensreformbewegung und die Anfänge der Freikörperkultur in Deutschland. (Dr. Cornelia Regin – Vortrag)
  • 17:45 Uhr Gemeinsames Abendessen in einer örtlichen Gaststätte ("Henneberger Haus")
  • 19:00 Uhr Anarchosyndikalismus in Thüringen am Beispiel der Stadt Sömmerda. (PD Dr. Annegret Schüle - Vortrag mit Film-Sequenzen)


Sonntag, 14.6.2015

  • 9:30 Uhr Aufstieg (bzw. Fahrt) zur Bakuninhütte (geführt vom Wanderverein)
  • 10:30 Uhr Snack: Brötchen/Kuchen/Bretzel
  • 11:00 Uhr Führung über das historische Gelände der Bakuninhütte (Kai Richarz)
  • 12:00 Uhr Gemeinsames Mittagessen, Gulasch (vegan oder mit Fleisch)
  • 13:30 Uhr Resümee und Verabschiedung
  • 19:00 Uhr `Es knarrt der Seele morsches Gerüst.´ (Meininger Museumsabend) Szenische Lesung aus den Werken Erich Mühsams mit Rocco Boness, Hamburg (Bandoneon) und Dr. Andreas Seifert, Meininger Museen  `In memoriam Erich Mühsam.´  Konzert mit Anna Haentjens, Elmshorn (Gesang) und Sven Selle, Hamburg (Klavier); es erklingen Lieder nach Texten von Erich Mühsam.


Termine
Die Anarchotour (LeseWanderTag im Meininger Land)
Auf den Spuren Erich Mühsams zur Bakuninhütte
16.05.2015; 10:00 Uhr
Treffpunkt Schlosshof Elisabethenburg, Meiningen
Wanderleiter: Dr. Andreas Seifert, Meininger Museen Musikalische Begleitung: Christoph Holzhöfer (Berlin)
a.seifert@meiningermuseen.de; 03693-502848

„Sich fügen heißt lügen!“
Erich Mühsam in Meiningen und seine Anarchisten
17.05. – 27.09.2015
Sonderausstellung von Erich Mühsam-Gesellschaft Lübeck, Wanderverein Bakuninhütte e.V. und Meininger Museen
Eröffnung im Rahmen des Internationalen Museumstages: 17.05.2015; 15:00 Uhr
Schloss Elisabethenburg, Schlosskirche
Musikalische Begleitung: Christoph Holzhöfer (Berlin)

Erich Mühsam in Meiningen
Ein historischer Überblick zum Anarchosyndikalismus in Thüringen: Die Bakuninhütte und ihr soziokultureller Hintergrund
Fachtagung
11.06. – 14.06.2015
Volkshochschule „Eduard Weitsch“, Meiningen Webseite
Kontakt: [email=anmeldung@bakuninhuette.de]anmeldung@bakuninhuette.de[/weblink]

Meininger Museumsabend
Es knarrt der Seele morsches Gerüst
Szenische Lesung aus den Werken Erich Mühsams mit Rocco Boness, Hamburg (Bandoneon) und
Dr. A. Seifert, Meininger Museen (Lesung)
In Memoriam Erich Mühsam
Konzert mit Anna Haentjens, Elmshorn (Gesang) und Sven Selle, Hamburg (Klavier)
14.06.2015; 19:00 Uhr
Schloss Elisabethenburg, Schlosskirche Kartenservice: 03693-881030

Tag des offenen Denkmals
Wanderung auf den Spuren Erich Mühsams zur Bakuninhütte
13.09.2015; 10:00 Uhr
Treffpunkt Schlosshof Elisabethenburg, Meiningen Wanderleiter: Dr. Andreas Seifert
Hüttenöffnung mit Verpflegung: 11:30–15:30 Uhr Nähere Informationen unter www.bakuninhuette.de Kontakt: [email=anmeldung@bakuninhuette.de]anmeldung@bakuninhuette.de[/weblink]






Der Erich-Mühsam-Preis 2013

Pressemitteilung

In seiner Sitzung am 18. Januar 2013 hat der Vorstand der Erich-Mühsam-Gesellschaft e.V. zu Lübeck (EMG) die Preisträger für den Erich-Mühsam-Preis 2013 aus der Liste der 13 vorgeschlagenen Kandidaten nominiert. Die Wahl fiel auf die beiden Verleger Dr. phil. Andreas Hohmann (Jahrgang 1968) aus Lich bei Gießen und seinen Edition AV-Verlag, der in diesem Jahr übrigens sein 25-jähriges Bestehen feiert, und Jochen Schmück (Jahrgang 1953) aus Potsdam und seinen Libertad-Verlag sowie sein DadA-Webprojekt, ein digitales Lexikon der Anarchie im Internet, verfasst von einer Vielzahl namhafter Autoren.

Beide Verlegerpersönlichkeiten sollen auf diese Weise auch als Repräsentanten des anarchistischen Verlagswesens in der BRD geehrt werden. Ebenso möchte die EMG den langjährigen und unermüdlichen Arbeitseinsatz beider Preisträger würdigen, die unter beständiger Zuhilfenahme eigener, in ihren jeweiligen Zusatzberufen erworbener finanzieller Mittel und ohne jegliches gewinnorientiertes Streben quasi ehrenamtlich die Vorstellungen und Ziele des Anarchismus in „Wort und Schrift“ unters Volk bringen wollen und sich so als Verkünder einer besseren und menschenwürdigeren Welt verstehen und betätigen, einer Welt, die gekennzeichnet ist durch die Freiheit und die soziale Verantwortung aller und für alle.

Ein solcher Verkünder war nach seinem tiefsten Selbstverständnis auch Erich Mühsam, dem oft genug in seinem Leben ein Verleger für die Edition seiner Werke fehlte und der sich deshalb immer wieder gezwungen sah, seine Schriften im Eigenverlag zu publizieren – und das im Rahmen widrigster politischer Verhältnisse und einer häufig katastrophalen finanziellen Situation!


Die Preisverleihung wird im Rahmen einer entsprechenden Feier am 7. Juni 2013 im Buddenbrookhaus zu Lübeck stattfinden.


Der Erich-Mühsam-Preis wurde 1993 von dem Lübecker Galeristen Frank-Thomas Gaulin gestiftet. Bis auf das diesjährige Preisgeld, das von Mitgliedern und Freunden der Erich-Mühsam-Gesellschaft sowie aus Mitteln der EMG bereitgestellt worden ist, wurde und wird auch in Zukunft die Finanzierung des Preises vom Stifter alleine getragen und abgesichert.

Der gesamte Vorstand der EMG dankt dem Stifter und allen diesjährigen Spendern noch einmal ganz ausdrücklich dafür, dass sie durch ihre Unterstützung die Verleihung des Preises ermöglichen und gewährleisten.



Der gesamte Vorstand beglückwünscht beide Preisträger.
Conrad Müller (1. Vorsitzender)




Die Reden zur Preisverleihung

* Laudatio auf Jochen Schmück von Dr. Andreas W. Hohmann
* Laudatio auf Dr. Andreas W. Hohmann von Jochen Schmück
* Rede von Conrad Müller, des 1. Vorsitzenden der Erich Mühsam-Gesellschaft









LebensBilder

"Sich fügen heißt lügen" - Erich Mühsam

vorgestellt von  Jürgen Tomm




Dienstag, 7. Oktober 2o14, um 20:30 Uhr
im Buchhändlerkeller - Berlin
Carmerstraße 1 - parterre links
10623 Berlin - Charlottenburg (nahe Steinplatz)

Wenn nicht anders vermerkt, beträgt der Eintritt 5/3 Euro.
Reservierungen sind leider nicht möglich.






Erich Mühsam:

Die Kriegstagebücher 1914-1916


Vortrag  von Chris Hirte, Tom Keller liest Auszüge aus den Tagebüchern

Am Dienstag, dem 23. September um 20.00 Uhr
im Literaturhaus Schleswig-Holstein
Schwanenweg 13
D-24105 Kiel

Erich Mühsams "Tagebücher" aus den Jahren 1914 bis 1916 sind eine Chronik des I. Weltkrieges aus der Sicht eines Anarchisten. Der in Lübeck aufgewachsene Schriftsteller erzählt von der anfänglichen Kriegsbegeisterung und verfolgt ohnmächtig die Berichte über die Kriegsgräuel und den Völkermord an den Armeniern. Auch den Alltag abseits der Front schildert er eindringlich, die steigenden Lebensmittelpreise, die Proteste und den aufkeimenden Antisemitismus. 1933 wurde Mühsam verhaftet und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS-Wachmannschaft ermordet. Sein Tod jährt sich 2014 zum 80. Mal.

Chris Hirte veröffentlichte 1985 seine hoch gelobte Mühsam-Biographie, war Mitherausgeber der Werkausgabe und gibt seit 2009 gemeinsam mit Conrad Piens die Tagebücher im Verbrecher Verlag heraus.

Der Kieler Schauspieler Tom Keller liest Auszüge aus Mühsams Tagebüchern, beginnend mit dem Eintrag vom 03.08.1914.

Eintritt: 7,-/ 5,- Euro
Veranstalter: Literaturhaus SH







sich fügen heißt lügen,

soll das der Nachruhm sein, der mir beschieden

oder: der lächelnde Blick nach vorn


Es unterhält das Duo Sokugaju  mit frei improvisierter Musik  zu ausgewählten Texten  von Erich Mühsam

Veranstalter: Deutsche
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