Erich-Mühsam-Gesellschaft e.V.
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  Projektskizze 2012


"Sich fügen heißt lügen." - Leben zwischen Gewalt und Widerstand.

Die Jahrestagung 2012 ist thematisch die Fortsetzung der Tagung 2010.

Da Kunst und Literatur gesellschaftliche Fehlentwicklungen sichtbar machen bzw thematisieren, beziehen Schriftsteller zwangsläufig einen Standpunkt zu den herrschenden Machtverhältnissen. Die Werke der ausgewählten Autoren reflektieren in unterschiedlicher Weise ihre Lebensbedingungen und Lebensverläufe.

Ausgehend von Erich Mühsam, werden weitere, nicht nur zeitgenössische, Schriftsteller zu Wort kommen. Chris Hirte und Conrad Piens, denen die Veröffentlichung der Mühsam-Tagebücher (als Druck- sowie als online-Version) zu danken ist, werden ihr Projekt und dessen Umfang vorstellen. Eröffnet wird die Tagung durch ein musikalisch-literarisches Ensemble aus Berlin. Karl August Varnhagen, dessen Tagebücher (u. a. über die 1848er Revolution) von großer literarischer und sozialpolitischer Bedeutung sind, steht für ein Schriftsteller-Schicksal des 19. Jahrhunderts. In seinem 1. Tagebuch-Band nimmt Erich Mühsam Bezug auf diese Aufzeichnungen. Peter Hille und Kurt Hiller, Zeitgenossen, zu denen Mühsam sehr unterschiedliche Beziehungen unterhielt, stellen Beispiele für Lebensentwürfe des 20. Jahrhunderts dar. Ebenso Hans Fallada, dessen letzter Roman "Jeder stirbt für sich allein" posthum 2011 einen sensationellen Erfolg erlebte. Die irische Germanistin Jenny Williams, Autorin der Fallada-Biographie "Mehr Leben als eins", erschließt spannend und liebevoll sein Schicksal, das - wie das Schicksal der anderen genannten Autoren -  von der Gewalt durch Kriege geprägt wurde.  

Das Programm:

- Musikalisch-literarischer Abend mit Isabel Neuenfeldt, Susanne Misere und Peter Bäß, Berlin
- Chris Hirte und Conrad Piens, Berlin: Edition der Tagebücher Mühsams - Anarchie als positiver Lebensentwurf
- Nikolaus Gatter, Köln: Die "Urteile dieses Konservativen über die Berliner Schutzmannschaft": Karl August Varnhagen
  und Ludmilla Assing über Berliner Märztage 1848
- Wolfgang Beutin, Köthel: Kurt Hiller, streitbarer Autor und Revolutionär. Seine Beziehung zu Erich Mühsam
- Jenny Williams, Dublin: "Ich habe das Leben wie alle gelebt" (Hans Fallada, "Gefängnistagebuch 1944.")
  Tatsachenbericht oder (faule) Ausrede?
- Michael Kienecker, Paderborn: Peter Hille: "Der freie Geist ist sich eigene Norm."
- Abschlußdiskussion
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